Ein Blick auf die Eisbachwelle — und alles war anders.
Im Frühjahr 2022 standen Nicolas Samwer und sein Bruder Gianni zum ersten Mal bewusst an der Brücke über den Eisbach im Englischen Garten. Unten drehte eine einzige, endlose Welle ihre Runden, und darauf tanzten Menschen, als wäre die Schwerkraft ausgesetzt. Für Nici war in diesem Moment klar: das wollte er auch können.
Die ersten Wochen waren pure Demut. Der Eisbach verzeiht nichts — kaltes Wasser, ein hartes Lineup und eine Welle, die keine Anfängerfehler duldet. Aber genau das machte den Reiz aus. Nici und Gianni kamen wieder und wieder, lernten die ungeschriebenen Regeln der Reihenfolge, den sauberen Sprung aufs Brett, das Gefühl für die stehende Welle. Aus zaghaften Sekunden wurden Sekundenbruchteile länger, dann ganze Rides.
Was als Faszination zweier Brüder begann, wurde schnell zu etwas Größerem. Am Eisbach lernt man Menschen kennen — und plötzlich war da ein ganzer Kreis Gleichgesinnter im selben Alter, dieselbe Begeisterung, dasselbe Kribbeln vor der nächsten Welle. Aus diesem Kreis ist über die Jahre das München Surf Collective geworden: kein steifer Verein, sondern eine offene Community, die die Liebe zum Surfen teilt — und weitergibt. Diese Geschichte erzählt, wie es dazu kam.
Warum es von den Anfängen keine Fotos gibt
Als Nici und Gianni am Eisbach anfingen, ging es einzig ums Surfen — ans Dokumentieren dieser einmaligen Zeit dachte damals noch niemand. Die ersten, prägenden Monate an der Eisbachwelle leben deshalb nur in Erinnerungen, nicht in Bildern. Die Fotos auf dieser Seite stammen von den späteren Kapiteln der Reise.











